Fluoride und deren Wirkungsweise

Was sind Fluoride?
Fluoride zählen zu den lebenswichtigen und in der Natur vorkommenden Spurenelementen. Sie sind in geringen Mengen in unserem Trinkwasser sowie in bestimmten Nahrungsmitteln enthalten. Allerdings finden sich nur wenige Regionen in Deutschland, in denen der Gehalt an Fluorid im Trinkwasser zur Kariesvermeidung ausreichen würde. Von den Nahrungsmitteln enthalten v.a. Meerestiere und Tee erhöhte Mengen Fluorid. Auch zahlreiche Mineralwässer haben einen recht hohen Fluoridgehalt.

Da aber 90 Prozent des Trinkwassers in Deutschland lediglich ein Viertel des zur Kariesvorbeugung gewünschten Fluorids enthält, ist die Zuführung über Zahncremes, jodiertes und fluoridiertes Speisesalz, Gelees und Mundspülungen sinnvoll und wichtig.

Wirkungsweise:
Fluoride schützen wirksam gegen Karies, wenn sie regelmäßig und in ausreichenden Mengen zugeführt werden. Die Hauptwirkungsfläche der Fluoride ist dabei die Außenfläche des Zahnes, der Zahnschmelz. Fluoride werden nämlich verstärkt im angegriffenen Zahnschmelz eingelagert und beschleunigen somit die Remineralisation.

Möglichkeiten der Anwendung:
Fluoride können durch den Gebrauch von Zahnpasta, Mundspüllösungen, Gelees, Tabletten, fluoridiertem Jodsalz oder Lack in Kontakt zu den Zähnen treten. Eine Kombination verschiedener Methoden ist sinnvoll und wird von Zahnärzten empfohlen. Wichtig ist jedoch die altersgerechte Anwendung der unterschiedlichen Methoden. Der Zahnarzt kann hierzu nach der Erhebung einer so genannten "Fluorid-Anamnese" konkrete Hinweise geben.

Insbesondere der Einsatz von fluoridiertem und jodiertem Speisesalz ist empfehlenswert, da es der ganzen Familie zu Gute kommt und dabei sehr preiswert ist. Außerdem wird durch den Jodanteil auch jodmangelbedingten Erkrankungen, wie Schilddrüsenvergrößerung, vorgebeugt.

Vorgehensweise:
Bei Kindern unter 6 Jahren soll eine zu hohe Fluoridaufnahme vermieden werden. Insbesondere das unkontrollierte Verschlucken von fluoridhaltigen Produkten sollte vermieden werden.

  • Kinder bis 6 Jahren:

Kinderzahnpasten mit reduziertem Fluoridgehalt 0,05-0,075%(500 bis 750 ppm) sind ab Durchbruch des ersten Zahnes zu empfehlen.

Bis zu Beginn des zweiten Lebensjahres sollte damit einmal täglich, danach zweimal täglich geputzt werden.
Zum Zähneputzen sollte stets eine kleine Zahpastamenge (erbsgroße Menge) verwendet werden.

Eltern sollten das Zähneputzen bei Kleinkindern überwachen und mindestens bis zum Schulalter die Zähne ihres Kindes nachputzen.

Fluoridtabletten oder andere Fluoridierungsmaßnahmen sollten nur auf zahnärztliche Anweisung bei Kindern mit hohem Kariesrisiko verordnet werden.

Fluoridhaltiges Jodsalz sollte in der Familie zur Zubereitung aller Speisen verwendet werden. Als weitere mögliche Fluoridquelle kommt Mineralwasser in Frage.

  • Ab dem 6. Lebensjahr Schulalter:

Mit dem 6. Lebensjahr sollte eine Zahnpasta mit normalem Fluoridgehalt von 0,1-0,15% (1000 bis 1500 ppm) benutzt werden.

Andere Fluoridpräparate können zu Hause zusätzlich verwendet werden (tägliches Spülen mit einer fluoridhaltigen Spüllösung; das wöchentliche Einbürsten der Zähne mit einem höherkonzentrierten Fluoridgelee). In der Zahnarztpraxis können fluoridhaltige Lacke zweimal oder mehrmals im Jahr auf die Zähne aufgetragen werden. Diese Methode zur Härtung des Zahnschmelzes wird auch in den Schulen im Rahmen der Gruppenprophylaxe angeboten.

Die Verwendung von fluoridhaltigem Jodsalz bleibt eine Basisprophylaxe für die gesamte Familie.