Wieviel Fluorid enthalten Mineralwässer ?

Mineralwasser kann eine wichtige Fluoridquelle sein, wenn es statt Leitungswasser für die Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet wird.

Nach den Empfehlungen wird Säuglingsnahrung grundsätzlich mit abgekochtem Trinkwasser zubereitet. Steht dieses nicht in der erforderlichen Qualität zur Verfügung, wie z.B. in Gemeinden mit einer Nitratkonzentration im Trinkwasser über 50 mg Nitrat/l oder auf Reisen, ist es empfehlenswert, auf natürliches Mineralwasser zurückzugreifen.
Wird ein natürliches Mineralwasser mit der Angabe "zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" ausgelobt, darf laut der Mineral- und Tafelwasserverordnung vom 3. März 2003 der Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen folgende Werte nicht überschreiten:
  • 20 mg Natrium/l
  • 10 mg Nitrat/l
  • 0,02 mg Nitrit/l
  • 0,7 mg Fluorid/l
  • 240 mg Sulfat/l
  • 0,05 mg Mangan/l
  • 0,005 mg Arsen/l
  • 125 mBq/l Radium-226
  • 20 mBq/l Radium-228

Der Fluoridgehalt der verschiedenen Mineralwässer ist jedoch sehr unterschiedlich und deshalb ist es sehr schwierig, zu bestimmen, wie viel Fluorid über Mineralwasser aufgenommen wird.

Nach geltender Gesetzeslage muss der Fluoridgehalt eines natürlichen Mineralwassers nicht generell deklariert werden. Deshalb wird nur bei den wenigsten Mineralwässern der Fluoridgehalt auf dem Etikett angegeben.

Bisher sieht das deutsche Recht eine freiwillige Kennzeichnung "fluoridhaltig" ab 1,0 mg/l Fluorid sowie eine obligatorische Kennzeichnung "fluoridhaltig" ab 1,5 mg/l Fluorid vor; ab 5,0 mg/l Fluorid ist ein Warnhinweis auf dem Etikett anzubringen, dass dieses Mineralwasser wegen des erhöhten Fluoridgehaltes nur in begrenzten Mengen verzehrt werden darf.

Die Richtlinie 2003/40/EG vom 16. Mai 2003 - eine Ergänzungs-Richtlinie zur Mineral-wasser-Richtlinie - sieht ab 1. Juli 2004 bei Mineralwässern mit mehr als 1,5 mg/l Fluorid folgende Deklaration vor: "Enthält mehr als 1,5 mg/l Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter 7 Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet". Die Richtlinie und damit diese Deklaration hätte bis Ende 2003 in nationales Recht umgesetzt werden müssen; dies ist bisher (Stand 30. März 2004) noch nicht geschehen.

Durch diesen Hinweis wird das Risiko einer Überdosierung - die Entstehung einer milden Dentalfluorose bei Kindern unter 7 Jahren - durch die Kombination fluoridhaltiger Mineralwässer (über 1,5 mg/l Fluorid, Kategorie 4) mit Fluoridtabletteinnahme, bzw. Verschlucken von Zahnpasta minimiert.

Angelehnt an die Empfehlungen der DGZMK ist Mineralwasser in dieser Liste in folgende Bereiche eingeteilt worden:

  • 0 - 0,29 mg Fluorid/l        I
  • 0,3 - 0,69 mg Fluorid/l     II
  • 0,7 - 1,50 mg Fluorid/l     III
  • über 1,50 mg Fluorid/l     IV

 

Praktische Hinweise zur Anamnese Beurteilung des Mineralwassers
0 - 0,29 mg Fluorid/l I ohne Bedeutung für die Anamnese
0,3 - 0,69 mg Fluorid/l II muß berücksichtigt werden
0,7 - 1,50 mg Fluorid/l III keine Supplemente nötig
über 1,50 mg Fluorid/l IV Achtung: Überdosierung möglich

 

Zur individuellen Fluoridanamnese ist es erforderlich, den Fluoridgehalt der Mineralwässer zu kennen. Im Rahmen dieser Übersichtsarbeit wurden die Fluoridgehalte von über 400 natürlichen Mineralwässern zusammengestellt.

Die Liste führt natürliche Mineralwässer sowie einige Heilwässer, aber keine Quell- und Tafelwässer auf. Nicht alle Brunnen /Abfüllorte der Mineralwässer werden genannt da sie den Autoren nicht vorlagen.

Die Fluoridgehalte der Mineralwässer dieser Liste beruhen auf Daten aus Veröffentlichungen sowie Herstellerangaben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Liste der Mineralwasser als PDF-Datei hier aufrufen!