Welche Zahnbürste ist die Richtige?

Die Zahnbürste sollte aus Kunststoffborsten und nicht aus Naturborsten bestehen. Denn Naturborsten sind innen hohl, können sich somit in kurzer Zeit mit Bakterien "vollsaugen", stellen also eine idealen Schlupfwinkel für Bakterien und Pilze dar. Kunststoffborsten sind dagegen nicht hohl und absolut glatt.


Die richtige Zahnbürste sollte einen kurzen Bürstenkopf haben, damit auch schwer zugängliche Ecken der Mundhöhle erreicht werden. Schließlich hat auch nur eine Kurzkopfbürste ausreichend Platz im Mund, um die korrekten Bewegungen ausführen zu können.

Bei einer Erwachsenenzahnbürste sollte das Borstenfeld eine Länge von ca. 2,5-3 cm haben. Das Borstenfeld sollte "Multitufted" angelegt sein, dh. auf einem geraden Borstenfeld stehen viele feine, abgerundete Kunststoffborsten sehr eng beeinander. Wichtig ist, dass die Borstenenden abgerundet sind, da sie sonst das Zahnfleisch verletzen können.

Das Zähneputzen mit einer Zahnbürste sollte nie ohne Zahnpasta vorgenommen werden.

Nach dem Zähneputzen sollte die Zahnbürste gründlich mit einem Wasserstrahl gereinigt werden. Anschließend nicht verpacken, sondern an der Luft trocknen lassen.

Die Zahnbürste sollte gewechselt werden, wenn die Borsten nicht mehr gerade stehen, sondern abgebogen sind. Dies kann schon nach sechs bis acht Wochen passiert sein. Aus hygienischen Gründen sollte die Zahnbürste spätestens nach 3 Monaten ausgetauscht werden. Die alte entfernt 30% weniger Zahnbelag und ist voller Bakterien.

Zur Geschichte der Zahnbürste


Die ersten "Zahnbürsten" gab es vermutlich schon vor mehreren tausend Jahren.

Aus Zweigen oder Wurzeln wurde ein sog. "Kaustock" hergestellt. Durch Kauen oder Stampfen an den Enden der Hölzer wurden die Fasern lose und waren zu einer rauen Bürste formbar. Aristoteles (384-322 v. Chr.) empfahl Alexander dem Großen, seine Zähne morgens mit einem "dünnen Leinentuch , das ein wenig rau sei" zu putzen.

Der Prophet Mohammed (570-632 n. Chr.) lehrte den hygienischen Grundsatz " Ihr sollt euren Mund reinigen, denn dies ist der Weg für die Lobpreisung Gottes". Auch Mohammed schnitzte sich Holzstäbchen aus Wurzeln, deren Ende er durch Kauen ausfaserte.

Bis heute werden solche Hölzer aus der Wurzel des Arak-Baumes im arabischen Sprachraum verwendet.

1498 wurde in China ein pinselförmiges Gerät erwähnt, das der Zahnreinigung diente. 1602 veröffentlichte William Vaughan seine Anweisungen zur Erhaltung der Gesundheit. Diese enthielten auch die Empfehlung, dass sich die Menschen nach jedem Essen den Mund waschen, mit einem leicht geöffneten Mund schlafen und morgens die Zähne mit einem Leinentuch abreiben sollten.

1728 veröffentlichte der Chirurg und Zahnarzt Pierre Fauchard sein Buch "Le Chirurgien Dentiste", die erste größere Abhandlung der Zahnheilkunde.

Auch er empfahl zur Mundhygiene statt der Zahnbürste, deren häufiger Gebrauch Zahn und Zahnfleisch ruiniere, ein Stück vom Tuch oder Leinen zu gebrauchen. Auch ein weicher Schwamm, lauwarmes Wasser und 1/4 Branntwein sei eine erfolgversprechende Kombination.

Erst 1749 wurde die Zahnbürste im Universallexikon der Wissenschaften und Künste (Halle/Leipzig) zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Dieses "Gerät" wurde allerdings nur zur Schleimentfernung aus dem Mund empfohlen. Das Leinenläppchen diente dagegen immer noch der morgendlichen Zahnreinigung.

Die Bürste begann sich im Abendland zu verbreiten. So weiß man z.B. vom Dichter Friedrich Schiller, dass er 1773 bei seinem Eintritt in die "Herzlich hohe Carls-Schule" eine Zahnbürste mitzubringen hatte.

1780 waren es die Engländer, die die erste moderne Zahnbürste vorstellten. Der Handgriff war aus Knochen und die Borsten waren in Löchern verdrahtet.

Die Borsten herkömmlicher Zahnbürsten waren rein tierischen Ursprungs. Vornehmlich handelte es sich um Schweineborsten, v.a. aus Ländern wie Polen, Rußland, Rumänien, China und Indien. Deutsche Schweineborsten waren selten, aber wegen ihrer hohen Qualität begehrt. Andersfarbige als weiße Borsten mußten desinfiziert, gekocht, gewaschen und gebleicht werden. Anschließend wurden sie der Länge nach sortiert und beschnitten, um dann mit Leim oder Pech an einen Stiel geklebt zu werden.

Zahnbürsten mit Tierborsten sind heute fast völlig aus dem Handel, nicht zuletzt wegen der hohen hygienischen Anforderungen, verschwunden.

Denn Dr. Robert Hutson erfand in den zwanziger des letzten Jahrhunderts die erste Zahnbürste mit weichgerundeten Nylonborsten. Er nannte das Produkt "Oral-B". Solch eine Zahnbürste flog auch 1969 mit dem Astronauten Neil Armstrong zum Mond, wo er sie eine Minute vor seiner Mondlandung noch benutzte.